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Das Schmus (Mz. 'die Schmus') gilt allgemein als das grösste aller bislang nachgewiesenen Elementarteilchen. Es erreicht die Grösse eines Huhnes und seine Lebensdauer beträgt durchschnittlich mehrere Nanokalpas. Seiner wissenschaftlichen Entdeckung konnte es sich deshalb so lange mit Erfolg entziehen, weil ein Elementarteilchen von der Grösse eines Huhnes auch mit dem besten Rasterelektronenmikroskop nur schwer zu beobachten ist.
Ein Schmus entsteht immer dann, wenn ein Schwarzes Loch kollabiert. Wer sich je näher mit Kulturpolitik beschäftigen musste, hat zumindest eine Ahnung davon, wieviele Schwarze Löcher es gibt. Unzählige - und sie kollabieren ununterbrochen und produzieren Schmus am laufenden Band. Unser ganzes bekanntes Universum besteht aus Schmus; sogar das Vakuum besteht aus Schmus !
Dadurch bekommt nicht zuletzt auch die alte Frage nach Anfang und Ende unseres Universums eine überraschende Wendung: Der Zustand unserer Welt ist bereits einer nach dem Ende.
Die älteste urkundlich belegbare Erwähnung eines Schmus stammt aber bereits aus dem 13. Jahrhundert. Der Benediktinermönch Hubertus Rabl (geb. 1255 in Ampfelwang, gest. 1310 in Regensburg) fand eines Morgens ein Schmus im Klostergarten. Er hielt es anfangs für einen Kürbis, erkannte aber sehr schnell die wahre Natur des Teilchens. Im Gegensatz zu einem Kürbis verhält es sich mit einem Schmus nämlich so: Schaut man nicht hinein, enthält es einen Kern; schaut man hinein, enthält es keinen Kern. Hubertus hat diese Beobachtung auch in einer kleinen Schrift 'Tractatus Orbis Cucurbitiensis' festgehalten. Damit hat er Erkenntnisse vorweggenommen, wie sie Schrödinger erst 700 Jahre später formulieren sollte. Er gilt daher heute in Fachkreisen unumstritten als der eigentliche Begründer der Quantentheorie.
Bei seinen Zeitgenossen fand er dafür aber wenig Verständnis. Im Gegenteil, nur der Fürsprache des Herzogs von Braunschweig ist es zu verdanken, dass Hubertus knapp dem Tod auf dem Scheiterhaufen entging. Er musste seine kühnen Behauptungen öffentlich widerrufen und angesichts eines Schmus bei allen Heiligen schwören, dass es ein Kürbis ist.
Hubertus hat zeitlebens kein Wort mehr darüber verloren und erst auf dem Sterbebett die berühmten Worte gesprochen: 'Und es ist doch alles Schmus'.
Dieses Schmus aus dem 13. Jahrhundert, sowie ein seltener Rosenkranz aus getrockneten Atomkernen, die man lange Zeit fälschlich für Rosinen hielt, sind heute noch im Heimatmuseum von Regensburg zu bewundern.
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© Günther Rabl 2005
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