SATIREN :: Günther Rabl Was soll man jetzt machen mit dem vielen Geld ? |
|
Dafür, dass die Stadt Salzburg alljährlich ahnungslosen Touristen ein Geburtshaus Mozarts zeigen darf,
müsste sie eigentlich eine Lizenz in Milliardenhöhe an jenen kleinen Ort im Salzburgerland zahlen,
in welchem Mozart tatsächlich geboren wurde. Dieser Ort hinwiederum könnte verpflichtet werden, mindestens
die Hälfte davon für soziale und kulturelle Belange abzuführen. Davon könnten zum Beispiel Lebensstipendiem
für heute schaffende Künstler ausgesetzt werden. Aber nicht für Dichter ! Dichter sind reaktionär.
Immer wieder treffe ich welche, die ungefragt bekennen, dass sie am liebsten Blues oder Jazz hören,
oder Volksmusik. Das ist ungefähr so, wie wenn ich als Musiker einem Dichter sagen würde, dass ich
am liebsten die Kronenzeitung lese. Oder einem Maler, dass mir die Plakate von Bennetton gut gefallen.
Ich würd auch keine Maler fördern, denn Maler sind reaktionär. Die lesen am liebsten amerikanische
Erfolgsautoren und hören minimal music, oder Vivaldi, oder Stockhausen. Bleiben noch die Musiker. Aber
Musiker würde ich nicht fördern, denn Musiker sind reaktionär. Die lesen Kronenzeitung, finden Gefallen
an Bennetton-Plakaten und von Musik haben sie von Berufs wegen keine Ahnung.
|
|
© Günther Rabl 1999 |