SATIREN :: Günther Rabl

DER GASTVORTRAG

Gastprofessor für symbolistische Irrelevanz an der Universität von Mitchigan
(sehr schnell und hastig, in breiter Wiener Färbung, mit einem nur mühsahm unterdrückten Meidlinger L, und dem charakteristischen österreichischen Laut 'n!' - ein n mit einem nachfolgendem kurzen, emphatischen ä, was soviel bedeutet, wie "isn't it", oder "sag da ja keiner was dagegen !")

Schaunsie dasselbe flugzeug n! das mich in vier stunden nach newyork bringt bringt sie zum beispiel in zwei stunden nach moskau n! sind wir jetzt zwei stunden voneinander entfernt oder vier n! oder zehntausend kilometer n! sind die vier stunden jetzt länger als die zehntausend kilometer oder die zehntausend kilometer breiter als die vier stunden n! 'kann die frage nicht mehr so stellen n! moderne medien n! eine minute ist länger als eine stunde eine sekunde ist länger als ein kilometer n! und das jahr ist sowieso ein mythos n! das sind die fraktale n! 'hamsie eine linie n! und die linie wird gebrochen und wird nocheinmal gebrochen n! 'hamsie die fraktale n! die ganze welt ist fraktal n! die berge sind fraktal die seen die flüsse n! du und ich sind fraktal n! das ganze leben ist fraktal 'eine linie n! die linie wird gebrochen 'nocheinmal gebrochen n! fraktal n! da ist dann die chaosforschung n! chaos ist ordnung ordnung ist chaos 'hamsie die chaosforschung n! drei grosse mathematiker begründen die chaosforschung archimedes n! mandlbrot und weibl n! besonders weibl n! ohne den gäbs zum beispiel bis heute keine kunst n! somit wärn wir bei der kunst n! das weiss ja heut jeder kunst gibts ja eigentlich gar nicht n! nehmen sie die cheopspyramide n! 'hamsie eine höhe eine breite n! und die haben eine proportion zueinander wie gödl herausgefunden hat n! und dann nehmen sie eine zigarettenschachtel n! 'hat auch eine höhe und auch eine breite n! 'hamsie die kunst n!

 


© Günther Rabl 1989
Dieser Text versteht sich als literarisches Kunstwerk.
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