| SATIREN :: Günther Rabl |
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Das erste 'Musikinstrument' mit dem ich Bekanntschaft machte, war ein Ding namens
'Melodica'. (Ich weiss nicht, wer das erfunden hat und ich will es auch gar nicht
wissen. Er ruhe in Frieden). - Ein Blasinstrument mit Tasten, pro Taste ein Ton. Misstrauisch,
wie man ist in einem Alter, da man langsam begreift, dass der Wetterbericht auch nicht
immer recht hat, vermutete ich gleich, dass es da auch noch andere Töne gibt
in der Welt. Aber wie kommt man an die heran ?? - Ich stellte folgende Überlegung
an: Da jede Taste einen eigenen Ton gibt, erhält man vielleicht einen Zwischenton,
wenn man zwei benachbarte Tasten gleichzeitig drückt. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend.
Aber immerhin war es ein Klang, der deutlich verschieden war von den beiden anderen;
vielleicht war das aber wirklich der gesuchte Zwischenton ? - Um das zu verifizieren
erweiterte ich die Versuchsanordnung: Ich drückte eine Taste und gleichzeitig
die übernächste, sodass eine dritte Taste dazwischen lag. Wenn der resultierende
Klang wirklich ein Zwischenton sein sollte, dann musste er ähnlich klingen wie
der Ton der dazwischenliegenden Taste - ist doch klar. Das war aber nicht der Fall.
Das Instrument erwies sich somit in melodischer Hinsicht als unbrauchbar. Derartige,
von Erwachsenen aufgestellte unbeeinflussbare Schemata waren mit meinem Freiheitsgefühl
nicht vereinbar.
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© Günther Rabl 1993 |