NOTIZEN :: Günther Rabl :: Buch 21 Reisenotizen (1996-97)
 

 

In einer ästhetisch so
kleinlichen und engen Kultur
kann man Musik nicht
mehr einfach 'komponieren',
man muss sie verbrechen.

 

Im Dialog der Unkenntnis
Fachwissen entwickeln:
Wenn zwei Zunderschwämme
versuchen, Feuer zu machen.

 

Was hat es für einen Sinn,
den Gipfel eines 'schönen' Berges zu
besteigen ?! Ist man oben
angelangt, dann sieht man
nichts mehr davon, sondern
nur wieder andere Berge ringsum.
Und selbst der Blick ins
Tal ist von halber Höhe
aus besser, und von Punkten,
die - selbst wenn man sie
kennt - von herunten kaum
zu bemerken sind.

 

Die Leute an den Höfen, an
denen die Wanderwege
vorbeiführen sind mürrisch
und abweisend gegen den
Fremden. Das ist das
zweite Stadium der Entwicklung.
Wenn sie wieder freundlich
und nett werden, ist es
mit der Idylle endgültig
vorbei. Alles geht
seinen Gang.

 

Fernsehen, "die Macht des
Bildes" - Die gescheitesten
Leute fallen auf diese Metapher
herein. In Wirklichkeit ist
es so: Das Bild ist der
Kaninchenbann, der die
Aufmerksamkeit blockiert,
während die akustische
Suggestion ungehindert
stattfinden kann.

 

Nur die Schönheit hat
für sich alleine Bestand.
Was ist eine Wahrheit,
die sich als Irrtum
herausstellt ?
Sperrmüll.

 

 

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© Günther Rabl 1996
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