NOTIZEN :: Günther Rabl :: Buch 18 (1992/94)
 

 

Klassischer Journalismus
- von Leuten, die gar nicht
wissen, dass es auch eine
Welt oberhalb der Gürtellinie
gibt.

 

Die 'erste Begegnung' - ein Thema !
(die allererste !) - das ist wie
mit dem 'ersten Einfall'. Es
gibt Leute, die wissen gar nicht
was das ist, die kennen bloss
den zweiten und dritten -
wo das ganze Räderwerk von
Bedenklichkeit und
Verbindlichkeit schon im
Gange ist.

 

Der Projektemacher:
Ich möcht' da was machen,
so mit dings und so.
Ich weiss noch nicht wann,
ich weiss noch nicht wo,
ich weiss noch nicht wie
und ich weiss nicht mit wem.
Das macht aber nichts,
das wird man schon sehn,
denn eines weiss ich schon:
ich brauch 'ne Million.

 

Warum muss dieses technologische
Versteckspiel immer gleich
Kunst sein ? - Es ginge
ja auch zum Beispiel mit
Sport: Ein telematischer
Boxkampf -
Wenn in NewYork einer
wo hineinhaut, dann
boxt in Linz was heraus ....

 

Kann man in einen Menschen
hineinschauen ? - Nein,
aber man kann aus einem
herausschauen. Das wär ja
schon einmal was.

 

Wenn du in einer Gesellschaft
von 100 einflussreichen Männern,
ohne jemand bestimmten zu
meinen, aber laut und
deutlich, dass es alle hören
können, sagst: "So ein Ochse"
- dann hast du 90 Feinde.
Denn von diesen 90 glaubt jeder,
es könne nur er gemeint sein.

 

Mir graut vor dem Flickwerk,
das man Lebenswerk nennt.
Die Karten neu mischen !

 

Es ist wiedereinmal unmöglich,
eine Unterhaltung zu führen:
Auf Stichworte gehen
Erinnerrungslawinen los !

 

Ein Klang bewegt sich nicht -
Klang ist Bewegung.

 

Wer schaffen will,
muss zerstören können.

 

 

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© Günther Rabl 1992
Dieser Text versteht sich als literarisches Kunstwerk.
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