| DEMONTAGEN :: Günther Rabl |
KUNSTHALLE KREMS |
| Selten gibt es einen Raum, der, sofern man freie Hand hat, nicht für Musik
geeignet wäre und auch eine ungünstige Akustik kann man technisch und inszenatorisch in den Griff bekommen
- wenn man es kann. Viel wichtiger aber als die architektonischen und akustischen Gegebenheiten, von
denen sich Anfänger gerne imponieren lassen, sind die institutionellen, die notwendig damit verbunden
sind. Aus dieser Sicht muss man leider sagen, dass die Kunsthalle Krems trotz ihrer interessanten Räumlichkeiten für Musik nicht in Frage kommt - zumindest nicht, solange man sich dort nicht offen zu der Verpflichtung auch Musik zu beherbergen bekennt und den musikalischen Veranstaltungen dasselbe Entgegenkommen und dieselbe Sorgfalt angedeihen lässt, wie allen anderen Veranstaltungen und Ausstellungen auch, was sich vor allem auch darin ausdrücken müsste, dass dafür angemessene finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Das Asylantentum von zeitgenössischer Musik in durchwegs anderweitig gewidmeten Räumlichkeiten ist eine sich immer mehr verbreitende Unsitte ! Es ist eine Zumutung und Demütigung für Musikschaffende, ständig mit Personen verhandeln zu müssen, die jedes Argument, jede Forderung im Vorfeld einer Produktion oder einer Aufführung sofort abwürgen können mit der Bemerkung 'eigentlich sind wir ja gar nicht für Musik zuständig' und die von ansässigen Musikschaffenden allen Ernstes erwarten, dass sie sich Geldmittel selber beschaffen. Zu erwägen wäre, ob nicht wenigstens Räume wie die Minoritenkirche für freie Musikproduktionen zur Verfügung gestellt werden könnte, die dann direkt, ohne Umweg über eine Musik gegenüber indolente Institution und einen handlungsunfähigen zwischengeschalteten Veranstalter durchzuführen wären. Ein gut zusammengestelltes Produktionsteam, in dem die Organisation auf Seiten der Produktion und nicht auf Seiten der Institution liegt, benötigt dafür nur zwei Dinge : das Geld und die Schlüssel.
© Günther Rabl 2001 |
Kunsthalle Krems Betriebsges.m.b.H. |