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10 Jahre Klangturm St.Pölten
choRemix
Ein Aufruf an MusikerInnen, SoundbastlerInnen, KlangtüftlerInnen und alle anderen, die sich mit der Bearbeitung von Klängen und Geräuschen interessieren.
Am 15. Juni 2007 feiert der Klangturm St. Pölten sein 10-jähriges Bestehen.
Aus diesem Anlass rufen wir zur aktiven Auseinandersetzung mit Klängen, Rhythmen, Geräuschen und zum Musizieren und Produzieren auf. Alle – Profis, Studierende, Laien – sind eingeladen, sich zu beteiligen.
In Kooperation mit der Chorszene Niederösterreich wurden vier Chöre für diesen Zweck aufgenommen. Spezielle verbale Singanweisungen wurden spontan in Klänge umgesetzt. Das dabei entstandene Material soll nach Belieben weiterbearbeitet, verformt, neu zusammengesetzt, verfremdet, geloopt, geschnitten, gemischt,... werden.
Bearbeitungen, Transformationen, Remixes jeder Art sind willkommen. Technik, Stil etc. sind freigestellt. Unsere Chorsamples dürfen frei verwendet werden (siehe Download-Bereich rechts). Die Verwendung von zusätzlichen Materialien (diverse Samples, Loops etc.) ist erlaubt.
Die Remixes sollen eine Länge von drei Minuten nicht übersteigen!
Eine Auswahl der eingesandten choRemixes wird am 15. Juni 2007 im Klangturm St. Pölten der Öffentlichkeit vorgestellt. Außerdem ist eine CD-Produktion mit ausgewählten Einreichungen geplant.
Die Einsendung erfolgt als mp3-File an
hannes.raffaseder@fh-stpoelten.ac.at
Einsendeschluss: Sonntag, 3. Juni 2007
Sehr schön ! Das elektronische Lumpenproletariat darf endlich wiedereinmal eine kulturelle Institution herausputzen helfen und wird dafür mit so freundlichen Bezeichnungen, wie 'Soundbastler' und 'Klangtüftler' belohnt. Ob die Leute, die sich dafür melden, auch sonst was bekommen, wird nicht erwähnt. Wie in solchen Kreisen üblich, dürfen sie ihre Arbeit 'einreichen' und eine ehrenwerte Jury entscheidet dann, was 'genommen' wird und was nicht. Was für eine Ehre !
Die Betreiber der als 'Klangturm' bezeichneten Institution sollen doch einmal versuchen, eine Wurstsemmel auf diesem Weg zu bekommen: Alle Geschäfte sind herzlich eingeladen, eine Wurstsemmel einzureichen. Eine Jury (die sich natürlich ganz besonders mit Wurstsemmeln auskennt) entscheidet dann, welche genommen werden. Bezahlung gibt's leider keine, Sie wissen ja, Budget und so.
Nichts gegen InstrumentalkomponistenInnen - ehret die Meister.
Aber, wenn sie nicht aufhören wollen, ihre Hassliebe zur Elektronik, auf die niemand heiss ist, in solchen beleidigenden Spitzen zu äussern, sollte man ihnen hin und wieder mit ihren dicken Partituren eins über die Rübe ziehen: Melodietüftler ! - Harmoniebastler !! - Orchesterexperimentierer !!! - Papierquäler !!!!
Ernstlich überlegen würde ich mir auch, ob ich mich zu "allen anderen, die sich mit der Bearbeitung von Klängen und Geräuschen interessieren", dazuzählen möchte. Andererseits haben die "speziellen verbalen Singanweisungen", die "spontan in Klänge umgesetzt" werden, schon einen gewissen Reiz und ich könnte ad hoc eine dazu beisteuern:
Sing keine Opern, Mann !
Ordnung ist das halbe Leben.
Unter hunderten von Zetteln finde ich auf Anhieb folgendes, durchaus zur Thematik passendes Dokument (7 jahre liegen dazwischen):
Rastenberg, 6.4.2000
An
Klangturm St.Pölten
zH. Frau XXXXX XXXXXXX
Franz Schubert Platz 5
3109 St.Pölten
Liebe Frau XXXXX XXXXXXX,
vor einigen Tagen bekam ich von Ihnen unerwartet einen Anruf:
Sie seien, ehemalige Studentin von mir, nun am Klangturm in St.Pölten beschäftigt - man plane dort gerade eine Klanginstallation mit elektronischer Musik - ob ich mir vorstellen könne, Musik von mir dafür zur Verfügung zu stellen - es gebe auch die Möglichkeit meine CDs dabei zu präsentieren.
Auf meine Gegenfrage, wie es denn dabei mit Geld aussehe, erntete ich allerdings nur Verblüffung. Geld dafür gäbe es keines,
allenfalls würde man mir aber eine CD abkaufen.
Wenn ich Sie also richtig verstanden habe, erwarten Sie von mir eine Art Sponsoring durch Sachleistung. Dieser Aspekt ist für mich neu, aber nicht uninteressant und ich bin gerne bereit darüber nachzudenken, sofern Sie mir das genannte Projekt selbst als ästhetisch kompetent und ideologisch unbedenklich darstellen können.
Klären Sie doch bitte in der Zwischenzeit mit Ihrer PR-Abteilung ab, wieviel Werbefläche man mir in Plakaten, Drucksachen und webspace als Gegenleistung zur Verfügung stellen kann.
Für meine interne Statistik benötige ich dann nur noch eine detaillierte Gegenüberstellung sämtlicher Einnahmen
(Eigenleistungen, Subventionen, Einnahmen aus Veräusserungen etc.) und Ausgaben Ihres Vorhabens, insbesondere eine Liste der Gehälter und Honorare aller am Klangturm und speziell an diesem Projekt Beschäftigten (Management, Projektbetreuung, Technik, Reinigungspersonal etc.)
Abschliessend möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch darauf lenken, dass Sie nicht unbedingt Musik von mir verwenden müssen:
Auch eine direkte Geldzuwendung meinerseits liegt unter den oben genannten Bedingungen durchaus im Bereich des Möglichen, soweit es sich um Beträge handelt, die sich steuerlich absetzen lassen.
mit den besten Empfehlungen (auch an Ihre Geschäftsführung)
Günther Rabl
Komponist
3532 Rastenberg 10

© Günther Rabl 2007
Dieser Text versteht sich als literarisches Kunstwerk.
Zitierung im Sinnzusammenhang mit Quellenangabe bis auf Widerruf gestattet.
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