BETRACHTUNGEN :: Günther Rabl :: Musik muss sich sinnlich mitteilen

Musik muss sich unmittelbar, sinnlich mitteilen.
Wenn ich mir Mühe geben soll einen anderen Menschen zu verstehen, dann brauche ich keinen "Künstler" dazu - da halte ich mich gleich an meinen Nachbarn; der ist mindestens so interessant wie irgendein Künstler, der verstanden werden will. Richtiges Verstehen ist ausserdem lustvoll - es schafft Distanz, nicht Nähe. Das Verstandenwerdenwollen ist ja nur der Versuch, einen mithineinzuziehen in das eigene Unverständnis, in die eigene Lebenslüge. Was einer von sich selbst "zu verstehen" gibt ist ja immer gelogen ! (weiss ich von mir). Es macht auch nicht den geringsten Spass, sich mit diesen Dingen abzugeben. Die schlechten Kompositionen, die offensichtlich auf Sinnlichkeit verzichten und verstanden werden wollen, nehmen da eine Zwischenstellung ein: sie gebärden sich als Fakten; sind aber doch nur lancierte Meinungen, Selbstdarstellungen. Sie gebärden sich rationell, oder intuitiv, oder sonstetwas. Gelogen ist das auf jeden Fall und mit Musik hat es überhaupt nichts zu tun.
Sie spielen nicht Musik, sie spielen Musiker !








© Günther Rabl 2001
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