| BETRACHTUNGEN :: Günther Rabl :: Barockakustik |
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Ohne Inneres Gehör lässt sich nicht Musik machen, das weiss man. Es ist die Quelle der Kraft, die den Musiker zur Gestaltung drängt. Weniger bekannt ist, dass es ohne Äusseres Gehör genausowenig geht, dass nur dieses die realen Modelle liefert, an denen der Musiker Gestaltung erlernen kann. Weniger gernnimmt man das zur Kenntnis, denn die Entwicklung des Äusseren Gehörs ist unvermerkt steckengeblieben, seine Aufgabe längst einem Substitut übertragen. Und man erwartet vom Musiker geradezu, was in jeder anderen Kunstgattung verspottet würde: dass er das Studium der Natur durch das Studium der Kunst ersetzt, dass er sein Gehör an Musik bilde, statt an den lebendig-bunten Gestalten der akustischen Umwelt, die freilich in ihrer Geräuschhaftigkeit einer erstarrten Musiktheorie - die uns mit ihrem Einmaleins bis in die modernste Musikelektronik verfolgt - ewig unbequem sein werden. Folge davon ist jenes kulturelle Unikum, dass heute, wo man hinhört, von Popmusik bis zu sogenannter Neuer Musik, eigentlich überall dasselbe waltet : Barockakustik. |
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© Günther Rabl 2001 |